18 Tips vom MTB-Urlaubs-Portal mtb-travel.de

Biken mit Kindern: Von A bis Z

Von Doris und Josef Stadler

Foto zu dem Text "Biken mit Kindern: Von A bis Z"
| Foto: Andreas Meyer

24.01.2020  |  Wie dem aufmerksamen rsn-Nutzer sicher nicht entgangen ist, hat Radsport-News seit Anfang des Jahres einen neuen Gesellschafter: die WoM Medien GmbH. Im Verlag aus Deggendorf erscheinen nicht nur Magazine wie "ProCycling" und "World of Mountainbike".
Die Equipe um Gründer Dieter Steiner stellt auch mehrere Bike-Internet-Seiten auf die Beine, darunter das MTB-Urlaubs-Portal mtb-travel.de
Hier finden sich viele Tips zu Bike-Regionen, -Hotels und -Touren, dazu bunte Reise-Geschichten und ein Ratgeber rund um den Bike-Urlaub. Aus letzterem stammt der folgende Artikel zum Fahrradfahren und Mountainbiken mit Kindern.

Wie ist es denn bei Ihnen, wenn Sie mit den Kleinen auf dem Rad unterwegs sind? „Mamaaa, wann sind wir denn endlich da?“ … „Wie weit ist es denn noch?“ … „Ich kann nicht mehr…“
Oder: „Wann kommt wieder eine Schanze?“ … „Die Abfahrt war cool, fahren wir das nochmal?“ 

Ob Kinder zur ersten oder zweiten Gruppe gehören, haben wir als Eltern größtenteils selbst in der Hand. Freilich ist es immer wieder eine Gratwanderung - aber es geht. Und zwar gut. Unsere beiden Kinder, Emil, 10 Jahre, und Leo, 7 Jahre, gehören eher zur zweiten Gruppe, obwohl auch uns Jammern und Schimpfen durchaus bekannt sind.

A wie angepasst
Viele Kinder sitzen auf einem viel zu großen und schweren Bike. Muss ja lange halten und der Kleine wächst ja noch. Ein fataler Fehler. Bei einem Rad, proportional umgerechnet zum Erwachsenen auf Größe und Gewicht, müsste ich ein 30 Kilogramm schweres Riesenrad fahren. Da würde niemand gerne drauf sitzen und Kinder verlieren sofort das Interesse am Radfahren. Verständlich.

B wie Bikepark
Ein besonderes Highlight ist natürlich der Besuch in einem Bikepark. Schanzen und enge Kurven, Singletrails – ein echtes Eldorado. Wenn man klein und wendig ist, fährt sich so was noch viel leichter. Und das Denken, was denn alles passieren könnte, überlässt man ruhig den Eltern.

D wie Dorf
Unser Dorf in einem Tal hat eine fünf Kilometer lange, ebene Runde, die wir mit drei Pausen begonnen haben. Inzwischen haben wir sie über das Tal und die Berghänge hinaus mountainbikemäßig erweitert. Auch Wege zu Freunden kann man mehr und mehr mit dem Bike zurücklegen. Gibt‘s was Schöneres, als mit einer ganzen Bande Trails auszukundschaften?

E wie Erlebnis
Am Meer mit Rückenwind und Vollgas am Strand düsen, Möwen starten sehen, die über unsere Köpfe wegfliegen, die salzige Luft schmecken. Ein einmaliges Erlebnis, von dem unsere Kinder immer wieder gerne erzählen.

F wie Freunde
Letztes Jahr haben wir mit Freunden zusammen einen viertägigen Fahrradurlaub gemacht; eine Erfahrung, die nach einer Wiederholung schreit. Wir sind von der Haustür weg gestartet. Beim Schnattern mit den Freunden und den kurzen Ausflügen in den Wald, um ein paar Wurzel-Passagen mitzunehmen, sind die Kilometer und Höhenmeter schnell vergessen.

G wie Goodie
In jede Tour Schmankerl einbauen ist enorm wichtig. Das kann ein Bade-Stop bei der Fahrt um den Chiemsee und am Schluss ein großes Eis sein, oder die Schifffahrt zurück zum Ausgangspunkt.

H wie Highlights
Als Emil fünf war, ist er ganz allein eine 38 Kilometer lange Tour gefahren, die auch durch ein Militärgebiet führte. Wir, mit vor Stolz geschwellter Brust, fragten ihn, was er denn da im Kindergarten erzählen würde - worauf er nur meinte: „Na, dass ich einen Panzer gesehen habe...“

K wie kinderfreundlich
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass „kinderfreundlich“, genau wie bei Wanderwegen, meist gleichbedeutend mit „stinklangweilig“ ist, und dass hier meist schnurgerade, asphaltierte Wege gemeint sind, die Kindern das Fahrradfahren eher verderben als schmackhaft machen.

M wie Mut
„Schaut euch die Abfahrt an, traut ihr euch?“ - „Warum nicht?“ kommt von den beiden zurück. Na dann los. Wir schließen die Augen und hoffen, dass nichts passiert. Unten dann: „Das war ja Baby“.

N wie Natur
Im Frühjahr mit Dosensuchen das Taschengeld aufbessern: An Straßenrändern liegen oft Pfanddosen von Umweltsündern. Die wiegen nichts und bringen 25 Cent das Stück. Und nebenbei säubert man die Natur.

P wie Pause
Das Gute bei Kindern ist, das Sie nicht „überpacen“. Das heißt, man braucht sich keine Sorgen zu machen, dass sie sich bis zum Erbrechen auspowern. Ist die Energie zu Ende, machen sie von selbst eine Pause.

R wie reden
Eine Tour kann nicht nur aus Highlights bestehen. Ein monotones Teilstück wird mit unseren selbst ausgedachten „Willi“-Geschichten sehr gut überbrückt.

S wie Sicherheit
Ein gut sitzender Helm ist das A und O für eine sichere Tour. Mit Helm sollte man von Anfang an fahren. Die Kinder gewöhnen sich schnell daran - und wenn man so sieht, welche Berge sie sich schon hinunterstürzen...

T wie Training
Viel Freude haben unsere Kinder nach wie vor beim Mountainbike-Training im Verein. Hier fahren sie wilde Runden und machen Technik-Übungen. Als sie kleiner waren, haben sie auch gerne an Radrennen teilgenommen - inzwischen aber festgestellt, dass hier nur Leistung zählt, und übereifrige Eltern den Spaß verderben.

U wie Urlaub
Nachdem wir beide selbst sehr gerne auf dem Bike unterwegs sind, ist es uns immer wichtig, das Rad im Urlaub dabei zu haben. Und im Urlaub, da bringen wir die Kinder richtig auf den Geschmack.

V wie Verpflegung
Wenn unsere Kinder Durst oder Hunger haben, sind sie – wie die meisten Kinder auch – nicht mehr auszuhalten. Eine gefüllte Trinkflasche und ein kleiner Snack müssen immer mit, auch wenn‘s nur eine für uns vermeintlich kurze Tour ist.

W wie wichtig
Das Wichtigste ist Spaß, und zwar für alle. Auch wenn sich der Spaß in den ersten Jahren, wenn man hinter dem Laufrad hertuckert, für uns Eltern in Grenzen hält. Doch so schnell kann man kaum schauen, da sitzen die Kleinen besser auf dem Bike als man selbst.

Z wie Zeit zusammen
Viel zu schnell ist die schöne Zeit vorbei, in der Kinder es genießen, zusammen mit der Familie etwas zu unternehmen. Also raus und die verbliebene Zeit nutzen!

Alles in allem kennzeichnet eine Mischung aus Alltagsradeln und Highlights das Radalter zwischen sechs und zehn. Es lässt Vorfreude aufkommen auf das, was da noch kommen mag, wenn die Kids im Teenager-Alter so richtig Gas geben. Wahrscheinlich werden wir ihnen dann nur noch neidisch hinterherblicken können und sagen: “Wir können nicht mehr, fahrt bitte ein bisschen langsamer...“

 
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